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Steuerreform 2015/16

Am 14. August wurde das Steuerreformgesetz 2015/16 im Bundegesetzblatt veröffentlicht
(Volltext in der Anlage).
Im Wesentlichen werden dadurch folgende Änderungen eintreten (grundsätzlich ab 1.1.2016):

  • Reform des Einkommensteuertarifes, sowie der Absetzbeträge
    (sukzessives) Auslaufen der Topfsonderausgaben
  • Änderung der Sachbezugsverordnung für Kraftfahrzeuge (Erlass steht noch aus)
  • Erhöhung der Kest. (offene Gewinnausschüttungen) von 25 auf 27.5 %
  • Erhöhung der Immo-Est. von 25 auf 30 %
  • Änderungen im Bereich der Vermietung
    (z.B. Änderung der BMGL für Gebäude-AfA bei außerbetrieblichen Vermietungen)
  • Änderungen im Bereich der GrEst.
  • Erhöhungen von Umsatzsteuersätzen, insbes. in der Gastronomie
    (vorübergehende) Begünstigungen für Elektroautos
    (Vorsteuerabzug, kein Sachbezug für Mitarbeiter)
  • Bundesabgabenordnung: Belegerteilungspflicht, Registrierkassenpflicht
    (auch hier werden demnächst noch Klarstellungen und Erlässe folgen)
  • Einsicht in Bankkonten, auch außerhalb von Finanzstrafverfahren

Gesetzestext Steuerreform 2015

(Details zu den einzelnen Punkten folgen in den nächsten Tagen)

Aufbewahrung von Büchern und Aufzeichnungen

Die siebenjährige Aufbewahrungspflicht für Bücher, Aufzeichnungen und Belege gemäß Bundesabgabenordnung ist für Unterlagen bis einschließlich 2007 grundsätzlich per 31.12.2014 abgelaufen.

Weiterhin aufbewahrt werden müssen allerdings folgende Unterlagen:

  • wenn diese im Zusammenhang mit Grundstücken stehen (bis zu 22 Jahre)
  • wenn diese im Zusammenhang mit noch offenen Abgabenberufungsverfahren stehen
  • wenn diese für ein anhängiges gerichtliches oder behördliches Verfahren von Bedeutung sind
  • wenn diese für zivilrechtliche Beweisführung notwendig sein können (Produkthaftung, Arbeitsvertragsrecht, Bestandsrecht u.a.)

Werte Sozialversicherung

Ab 1. Jänner 2015 gelten folgende Werte:
Sozialversicherung: bisher neu
Geringfügigkeitsgrenze:
täglich: 30,35 31,17
monatlich: 395,31 405,98
eineinhalbfache Grenze für Dienstgeber:
592,97 608,97

Höchstbeitragsgrundlage:
laufendes Entgelt täglich: 151,00 155,00
laufendes Entgelt monatlich: 4.530,00 4.650,00
Sonderzahlungen: 9.060,00 9.300,00

E-Card: Jahresbeitrag 10,00 10,85

DB, DZ, Kommunalsteuer (unverändert)
monatlicher Freibetrag: 1.095,00 1.095,00
Grenze für die Anwendung des Freibetrages: 1.460,00 1.460,00

Mitarbeitervorsorgekasse (unverändert)
für Abfertigungsansprüche neu;
Stichtag: 01.01.2003 1,53% 1,53%

Sachbezugswert für Privatnutzung eines Firmenwagens (unverändert):
1,5% der Anschaffungskosten, maximal € 720,– (seit 1. März 2014)
(bei Privatfahrten unter 500 km p.m -50% des obigen Wertes)

Für betriebliche Kraftfahrzeuge (PKW, Busse, Kastenwagen o.ä.) sollten jedenfalls von den Mitarbeitern unbedingt Fahrtenbücher geführt werden, sofern kein Sachbezug für eine allfällige Privatnutzung angesetzt wird (die Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte sind ausdrücklich als Privatfahrten zu behandeln).

Steuertipps zum Jahresende – Einnahmen-Ausgabenrechner

Bei der Ermittlung des steuerlichen Gewinnes durch Einnahmen-Ausgabenrechnung kann die Steuerlast für das laufende Kalenderjahr, insbesondere durch folgende Maßnahmen, noch optimiert werden:

1 – Nutzung des Zufluss- Abfluss-Prinzips gem. § 19 EStG 1988:
Einnahmen- Ausgabenrechner können (mit Einschränkungen) ihren Gewinn durch die Verschiebung von Zahlungsflüssen beeinflussen.

a – Zahlungen / Vorauszahlungen:
Primär sollten – soferne es die Gewinnsituation erfordert – sämtliche offenen Rechnungen beglichen werden (gilt nicht für Verbindlichkeiten aus Anlagenkäufen, ausgenommen geringwertige Wirtschaftsgüter).
Darüber hinaus können auch noch Vorauszahlungen geleistet werden, welche primär in folgenden Bereichen möglich sind:

  1. gewerbliche Sozialversicherung (nur soferne mit diesem Nachzahlungsbetrag zu rechnen ist)
  2. Beratungsleistungen (Rechtsanwalt, Notar, Steuerberater …)
  3. Vermittlungs-, Vertriebs- und Verwaltungskosten
  4. Mietvorauszahlungen (maximal für das laufende Jahr und das folgende Jahr)
  5. Vorauszahlung von Leasingraten (siehe oben)
  6. Wareneinkäufe – sollten jedenfalls mit Lieferanten vorher besprochen werden

b – Einnahmen:
Einnahmen werden im laufenden Kalenderjahr erst gewinnwirksam, wenn man darüber noch in diesem Jahr darüber verfügen kann (Zuflussprinzip).
Durch geschickte Abrechnung der Leistungen kann man den Zahlungseingang – ebenfalls mit Einschränkung, hier sollte man „die Kirche im Dorf lassen“ – den Zufluss in das nächste Jahr verschieben.

2 – Gewinnfreibetrag (GFB):
Dieser Freibetrag gilt ab dem Kalenderjahr 2010 und folgt dem Freibetrag für investierte Gewinne nach und beträgt 13 %, wobei dieser Freibetrag seit 1.1.2013 mit € 45.350,– gedeckelt ist.
Ab einem Gewinn über € 175.000,– wird die Höhe des Prozentsatzes eingeschliffen.
Bis zu einem Gewinn von € 30.000,– wird ein so genannter Grundfreibetrag auch ohne Investitionen gewährt (höchstens 13 % von € 30.000,– -> € 3.900.–).
Sollte der Gewinn € 30.000,– übersteigen, kann ein zusätzlicher GFB geltend gemacht werden.
Begünstigtes Anlagevermögen sind NEUE Wirtschaftsgüter, ausgenommen PKW und geringwertige Wirtschaftsgüter, soweit diese sofort abgeschrieben werden.
Begünstigt sind beim Gewinnfreibetrag (im Gegensatz zum bisherigen FBiG) auch Investitionen in Gebäude sowie Investitionen in Mietlokalen.
Diese Begünstigung gilt für Einnahmen-Ausgabenrechner und bilanzierende Unternehmen, nicht aber für Gesellschaften mit beschränkter Haftung !

STEUERTIPPS zum Jahresende für ALLE STEUERPFLICHTIGEN

Im Folgenden erhalten Sie einen kurzen Überblick über allgemeine Steuereinsparungsmöglichkeiten, die Sie bis Jahresende noch berücksichtigen sollten:

1 – 6% Bildungsprämie – 20% Bildungsfreibetrag:
Für Aufwendungen, die unmittelbar Aus- und Fortbildungsmaßnahmen für Arbeitnehmer im betrieblichen Interesse des Arbeitgebers betreffen und für externe Aus- und Fortbildungseinrichtungen anfallen, kann wahlweise die 6%-ige Prämie oder der 20%-ige Freibetrag beantragt werden.

2 – Geringwertige Wirtschaftsgüter:
Bei Anschaffungswert bis einschließlich € 400,– zuzüglich Umsatzsteuer (gilt nicht für Kleinunternehmer sowie unecht steuerbefreite Unternehmer) können diese im Jahre der Anschaffung grundsätzlich sofort zur Gänze abgeschrieben werden (gilt nicht für Sachgesamtheit: wenn jemand z.B. 200 Stühle für ein Kino oder für einen Sitzungssaal zu € 400,– anschaffen würde).

3 – Investitionen – Nutzung der Halbjahres-Absetzung für Abnutzung, vorzeitige Abschreibung:
Eine Absetzung für Abnutzung kann erst ab Inbetriebnahme des jeweiligen Wirtschaftsgutes geltend gemacht werden. Erfolgt die Inbetriebnahme noch bis zum 31.Dezember, so steht für diese Wirtschaftsgüter noch eine (komplette) Halbjahresabschreibung zu. Diese Inbetriebnahme sollte insbesondere bei (größeren) Maschinen – so weit möglich in irgendeiner Form dokumentiert werden (nicht so bei herkömmlichen Wirtschaftsgütern wie z.B. für PC, Kopierer, Büroeinrichtung etc.) Bei Kraftfahrzeugen ist die Anmeldung im laufenden Kalenderjahr noch erforderlich!

4 – Arbeitnehmerveranlagung 2009 – letztmalig bis Ende 2014 möglich!

5 – Werbungskosten (inkl. eigene Studienbeiträge), Sonderausgaben, Außergewöhnliche Belastungen
Generell strenges Abflussprinzip, d. h. Bezahlung noch unbedingt 2014 durchführen!

6 – Steuersätze ab 2015:
Unabhängig davon wie die Steuerverhandlungen weitergehen kann man damit rechnen, dass ab 2015 eine Minderung im Bereich der Einkommensteuer / Steuersätze erfolgen wird.
Aus diesem Grunde sollten insbesondere 2014 verstärkt Überlegungen in der Richtung durchgeführt werden, Gewinne in das neue Jahr zu verlagern (gilt für EU und Personengesellschaften).

STEUERTIPPS zum Jahresende – Sonderausgaben

In diesem Bereich gilt das strenge Abflussprinzip, das heißt die Zahlungen müssen noch bis 31. Dezember geleistet werden (bei Banküberweisungen muss auch auf die Wertstellung geachtet werden).

Sonderausgaben (Topfsonderausgaben) sind grundsätzlich nur abzugsfähig, soweit das steuerliche Einkommen nicht mehr als € 60.000,– beträgt (ab € 36.400,– werden die Sonderausgaben bereits eingeschliffen).

Unbeschränkt abzugsfähig sind Sonderausgaben für den Nachkauf von Pensionsversicherungszeiten, freiwillige Weiterversicherungen in der Pensionsversicherung und auch Steuerberatungskosten können unbeschränkt abgezogen werden.

Die sogenannten Topfsonderausgaben sind nur insoweit abzugsfähig (zu einem Viertel), als diese den jährlichen Betrag von € 2.920,– nicht überschreiten (bei Alleinverdienern, – erziehern verdoppelt sich dieser Betrag auf € 5.820,– ab 3 Kindern um weitere € 1.460,– pro Jahr).

Die Kirchensteuer kann seit dem Kalenderjahr 2012 bis maximal € 400,– abgesetzt werden.
Auch Spenden können als Sonderausgaben geltend gemacht werden, und zwar in Höhe von 10 % des sich nach einem Verlustausgleich ergebenden Gesamtbetrags der Einkünfte des vorangegangenen Jahres (weiters dürfen dies Spenden gemeinsam mit den Spenden aus dem Betriebsvermögen die 10 %-Grenze nicht überschreiten).
Die aktuelle Spendenliste (welche ab 2012 insbesondere um Tierheime und freiwillige Feuerwehren erweitert wurde) kann unter www.bmf.gv.at – tools – Liste der begünstigen Spendenempfänger abgerufen werden.

Akt. Zinssätze, Indices

Anspruchszinsen Finanzamt

01.01.2014 2,38%
Aussetzungszinsen Finanzamt 01.01.2014 2,38%
Stundungszinsen Finanzamt 01.01.2014 4,88%

Sekundärmarktrendite

24.02.2014 1,193%
Euribor – 3 Monate 24.02.2014 0,287%
6 Monate 24.02.2013 0,384%
12 Monate 24.02.2014 0,547%

Gesetzliche Verzugszinsen zw. Unternehmern 01.01.2014 9,58%
Forderungen aus Dienstverhältnissen 01.01.2014 9,58%
Verzugszinsen Sozialversicherung 01.01.2014 7,88%

VPI 2010 Dez. 13
109,2
VPI 2005 Dez. 13
119,6
VPI 2000 Dez. 13
132,2
VPI 1996 Dez. 13
139,1

Sachbezugswert für Kfz – Obergrenze

Ab 1. März 2014 wird die Obergrenze des steuerpflichtigen Sachbezugswertes für Kraftfahrzeuge von bisher € 600,– auf maximal € 720,– p.m. angehoben.

Der Wert wird wie bisher mit 1.5 % der Anschaffungskosten (bei einer monatlichen Kilometerleistung von mehr als 500 km) ermittelt.

Die Deckelung tritt aber nicht wie bisher bei Anschaffungskosten von € 40.000,–, sondern erst bei einem Wert von € 48.000,- ein.